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Die geheuchelt verlogene Opferrolle der Muslime in Deutschland nervt

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Die geheuchelt verlogene Opferrolle der Muslime in Deutschland nervt

Ein Kommentar von Sineb El Masrar, eine deutsch-marokkanische Autorin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Gazelle“. 1981 ist als Tochter marokkanischer Einwanderer in Hannover geboren. El Masrar war von 2010 bis 2013 Teilnehmerin der Deutschen Islamkonferenz. 2010 erschien ihr Sachbuch „Muslim Girls – Wer wir sind, wie wir leben“. 

Wir Muslime leiden an einem Minderwertigkeitskomplex. Ihn müssen wir dringend überwinden und endlich Verantwortung übernehmen. Zeit wird es auch, gegen Extremisten in den eigenen Reihen vorzugehen.

Lange wollte ich mich öffentlich nicht zu uns Muslimen in Deutschland äußern. Ich hatte gehofft, andere würden schreiben, was mir auf der Seele liegt. Stattdessen waren die vergangenen Monate von schrillen Tönen erfüllt. Faschismus-Islam hier, Islamphobie dort. So komme ich nicht umhin, meine Sichtweise der Dinge niederzuschreiben. Ich bin die Trotz- und Abwehrhaltung in Form von Ausreden und Schuldzuweisungen, die im Namen meiner Glaubensgemeinschaft formuliert werden, leid. Sie wirken sich auf meinen wie auch anderer Muslime Alltag aus. Innerislamisch, von Face to Face, will konstruktive Kritik obendrein nicht ankommen. Daher nehme ich mir die Freiheit heraus, sie öffentlich zu formulieren. Wem das nicht passt, kann weiter in den sozialen Medien sein Leid beklagen.

Wir Muslime haben einen gewaltigen Minderwertigkeitskomplex. In seinen unterschiedlichen Ausprägungen führt er zu unserer derzeitigen Unfähigkeit, die Fehler zur Abwechslung bei uns zu suchen. Leider kann ich nicht einmal sagen, dass es ausschließlich ein Generationenproblem darstellt. Die Alten sind genauso festgefahren wie die Jungen. Bevor sich nun einige Muslime empören und die Zeitung zum Fischeinwickeln nutzen, sei vorausgeschickt, dass dies selbstverständlich nicht für alle gilt.

Gegen Israel protestieren sie, aber wo bleiben Proteste gegen IS?

Denn es gibt Muslime, die ihr Selbstwertgefühl nicht an die islamische Geschichte koppeln, um irgendwann entsetzt bei einem Rundgang in der Alhambra festzustellen, wie zurückgefallen wir Muslime heute sind. Aber für die, die in unserem Namen als Verbandsfunktionäre, als muslimische Jugendorganisationen sprechen oder auf öffentlichen Plätzen orientierungslosen Konvertiten zujubeln, für die scheint es eine Zumutung, sich klar zu positionieren. Als würde man sie zwingen, ein Stück Seife zu verschlingen. Mit der jüngsten Haltung, sich nicht vom IS-Terror distanzieren zu müssen, haben sie deutlich gemacht, wie tief das Gefühl der Minderwertigkeit in ihnen steckt. Denn irgendjemand könnte glauben, dass die Grausamkeiten etwas mit uns zu tun hätten. Kaum auszuhalten, wenn dieser Eindruck entstehen würde. Dumm nur, dass er sehr wohl etwas mit uns zu tun hat. Zum einen findet dieser Terror im Namen unserer Religion statt, und zum anderen sind die Männer und Frauen aus unseren Reihen – egal, ob Konvertit oder von Elternhaus – Muslime.

Andererseits war es Muslimen ein großes Bedürfnis, die Straßen in Scharen aufzusuchen, als es um den Gaza/Israel-Konflikt ging. Zum Teil mit beschämenden Parolen. Die Palästinenser, mit denen sie sich solidarisierten, unterstützten sie damit so viel wie die arabischen Staaten Jahrzehnte zuvor. Sollen sie doch weiter Spielball der muslimischen Nationen bleiben und uns hier weit weg vom Konfliktherd als Projektionsfläche unseres kollektiven Opfertums dienen.

Wer zum Henker will Opfer sein

Dass es vier muslimische Verbände am Ende geschafft haben, doch noch eine bundesweite Demonstration auf die Beine zu stellen, grenzt fast an ein biblisches Wunder. Haben gerade zahlreiche Muslime genau auf dieses Wunder gewartet. Dass die Verbände eine Demo organisierten, die sich allerdings nicht ausschließlich gegen die extremistischen Ränder innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft wandte, ist nur konsequent und passend zu deren Haltung. Nämlich, dass am Übel der Muslime Politik, Medien und der lästige Pollenflug schuld seien. Die Zeit, die in die Abwehrhaltung investiert wurde, hätte locker für drei Demos gereicht.

Mir ist unbegreiflich, was daran so verwerflich sein soll, Stellung zu beziehen. Das erwarten wir schließlich auch von anderer Seite. Dabei wird oft so getan, als würden sich Nichtmuslime nicht auch gegen Muslimfeindlichkeit und Rassismus engagieren. Ich will keineswegs die Lage der Muslime schönreden. Aber wenn ich den Verlautbarungen von Verbandsvertretern und einigen Othman-Normal-Muslimen lausche, habe ich den Eindruck, dass viele Muslime glauben, dass sie mit der gewählten Opferrolle von jeglicher Verantwortung freigesprochen sind.

Man sieht sich sogar schon als die neuen damaligen Juden. Doch wer zum Henker will freiwillig Opfer sein! Wir regen uns darüber auf, wie Kolonialstaaten in unseren Herkunftsländern uns zu Unmündigen machten und später ein Chaos hinterließen, das seinesgleichen sucht. Lassen uns aber zu Untätigkeit animieren, wenn Nichtmuslime uns versichern, wie benachteiligt wir hierzulande sind. Nutzen den grausamen Mord an Marwa El-Sherbini und die NSU-Hinrichtungen, um Kritik jeglicher Art von uns abzuwenden. Wir sind schließlich Opfer. Diese Verstorbenen und ihre Angehörigen sind Opfer. Nicht wir, die noch am Leben sind und handeln können, statt sie für unsere Belange zu instrumentalisieren.

den gesamten Kommentar finden Sie hier           http://www.welt.de/debatte/kommentare/article132542401/Die-Opferrolle-der-Muslime-in-Deutschland-nervt.html

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Über grauwolfzauberer

Ich bin zweifellos kein pflegeleichter, unumstrittener Zeitgenosse. Wenn ich in den letzten Jahren gefragt werde, was ich beruflich mache, antworte ich meistens: Ich bin Zyniker - und boshaft bissiger Satiriker. Aber real war ich über viele Jahre Fotokünstler, jetzt allerdings im Rentnerstatus, bin immer noch Lyriker und Erzähler, was nicht häufig vorkommt, denn die meisten Literaten - und ich nehme diese Bezeichnung relativ ernst - sind entweder Erzähler oder Lyriker, selten beides. Ich habe viel veröffentlicht und immer noch mehr Ideen, als ich tatsächlich in Endform verfassen kann. So verfüge ich über ein riesiges Rohentwurfsarchiv, habe mir aber fest vorgenommen, das auf jeden Fall noch in diesem Leben durchzuarbeiten - und noch viel mehr zu veröffentlichen. Ich habe vor langer Zeit Kunst studiert, in Essen und Bremen, war dann ein paar Jahre in der Comercial Werbung tätig, bis mir endlich klar wurde, dass das nicht das war, was ich wirklich machen wollte, dafür habe ich nicht jahrelang Kunst / Fachbereich Fotografie studiert. So begann über kleine Umwege mein Leben als freier Fotograf, wobei ich sehr viel für Musiker, Theaterleute, Tänzer/-innen und mit besonderer Vorliebe für Privatkunden/-innen gearbeitet habe. Ich habe in einer Rockband mitgemacht, Theater und Kabarett gespielt und bin stets meinem geliebten Beruf treu geblieben, - wie meiner langjährigen Lebensgefährtin, die leider viel zu früh verstorben ist. Ich habe nicht so viel Geld gekriegt, wie ich verdient hätte, auch deutlich weniger als viele meiner Kollegen/-innen, war aber überaus glücklich damit, denn ich konnte frei arbeiten und habe eine Menge Spaß dabei erlebt. Ich war und bin ein unbequemer, unangepasster Querdenker, sage nicht bedenkenlos zu allem Ja und Amen, misstraue fertigen Konzepten für das Leben, pflege ausgiebig mein eigenständiges Denken und suche nach allen Infos, die ich kriegen kann, um mir ein wohlüberlegtes Urteil zu bilden. Politischen Systemen und ganz besonders Parteien stehe ich grundsätzlich mit tief verwurzeltem Misstrauen gegenüber, denn sie erstreben nur egomanische Machtansprüche. Den sogenannten "Volksvertretern" bringe ich zu 95% allein abgrundtiefe Verachtung entgegen, weil sie uneingeschränkt nur ihre Interessen aus Machtgier und persönlicher Selbstbereicherung vertreten, aber nicht die Interessen jenes Volkes, dem sie dienen, dessen Nutzen sie mehren sollen, wofür sie sehr gut bezahlt werden. Sie können von mir keinen Respekt erwarten, denn Respekt bekommt man nicht einfach so geschenkt, man muss ihn sich verdienen. Aber ich kann mir selbst bei intensivem Nachdenken keinen Grund vorstellen, warum z.B. bundesdeutsche "Volksvertreter" oder der meisten anderen europäischen Parlamente meinen Respekt verdienen sollten. Auch staatliche Institutionen können mein Vertrauen nicht erwarten. Ich pfeife auf die political correctness und habe kein Problem damit ehemaligen Weggefährten mit nachvollziehbarem Grund kräftig in den Arsch zu treten, wenn sie es verdient haben, bin dabei polarisierend und provokativ, parteiisch und rücksichtslos, - weil und wenn es nötig ist. Ich bin kein Deutscher - kein Ausländer - bekennender Europäer.

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