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Keine ernsthafte Empfehlung

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Keine ernsthafte Empfehlung

„Freiheit ist das Recht, das zu sagen, was andere nicht gerne hören wollen …“

George Orwell

 

Wer heute Stadtmagazine abonniert und liest oder auch nur einen der zahlreichen Anzeigenfriedhöfe, die sich je nach Stadt Bote, Anzeiger, Echo, Stadtrevue oder Journal nennen, der findet darin ein paar redaktionelle Beiträge und jede Menge Werbung. Sie sind sehr beliebt, viel gelesen und erscheinen oft in beeindruckender Auflagenhöhe. Die bekanntesten im Großraum Rhein-Ruhr dürften wohl Coolibri, Prinz und Heinz sein. Wer sich klugerweise diesen Zeitungen zuwendet findet dort einen gut recherchierten und sortierten  Veranstaltungs-Kalender, Konzert-,  Kultur-, Trödelmärkte-, Mittelalter-Festival-, Galerien-, Party- und Info-Termine, Kleinanzeigen, Partnersuche, Berichte über angesagte Clubs und neue Musikproduktionen und das seit Jahren kursierende Vergnügen der endgültig verlorenen Esskultur wie z.B. beim US Fastfoodriesen MC Donald oder Burger King. aber auch der gehobenen Haute Cousine Esskultur. Aus naheliegenden Gründen sind die dort beschriebenen Empfehlungen faktisch deckungsgleiche Werbung, denn es geht für alle Beteiligten vor allem ums Geldverdienen. Aber es ist unbestreitbar, dass sich da eine große Anzahl nützlicher Tipps und Anregungen finden lassen, besonders über jene Restaurants, die von außen eher unscheinbar oder sogar schäbig wirken, in ehemaligen Lager- und Gewerbehäusern, aber innen eine exquisite und für die Gäste einsehbare Küche bieten, um schon vorab mit den Augen teilzuhaben am Genussvergnügen.

Ich habe einige von ihnen mehr zufällig entdeckt, war dort aber nicht zum Dinnieren, liegt weit außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten und ist auch absolut nicht mein Ding. Ich suche keine Bestätigung einer Elite anzugehören. Aber ich kann Ihnen versichern, dass Sie direkt davorstehen können und verzweifelt versuchen dieses Restaurant zu finden, – so unauffällig sieht es von außen aus.

Diese schlichten, oftmals sogar spartanisch eingerichteten Gourmettempel stehen auf den ersten Blick im krassen Gegensatz zu dem illustren Angebot und sind derzeit bei der gut betuchten und zahlenden Kundschaft ausgesprochen angesagt. Es ist dabei weniger wichtig den bestehenden Hunger oder Appetit mit Nahrung zu stillen, als Gaumen und Magen mit wirklich hervorragender Küche zu verwöhnen und gleichzeitig zu signalisieren, dass man unbestreitbar zur Elite der Gesellschaft gehört, zu den Besserverdienenden, die etwas von gutem Wein und Essen verstehen, die sich selber zu verwöhnen wissen. Sie erinnern sich doch sicher noch an den kläglich gescheiterten SPD Kanzlerkandidaten Per Steinbrück, der niemals eine Flasche Wein unter 5.-Euro trinken würde,  –  solche Genießer suchen diese Heiligtümer der Küche auf.

Die Namen der Restaurants werden wie Geheimtipps unter der Hand weitergereicht, denn die Genießer wollen um jeden Preis verhindern, dass da möglicherweise die ganz stinknormalen Otto Normalverbraucher als Mitgenießer auftauchen und sich auch mal etwas Köstliches gönnen wollen, obwohl es alles andere als preiswert ist. So verlieren so manche Szene-Restaurants schnell ihren Exclusivanspruch, die Besser-Verdiener und Hipster wechseln die Bühne, die Karawane zieht weiter zum nächsten gerade erst eröffneten In-Treff der  himmlischen Esskultur. Außerdem sind diese Restaurants meistens nicht sehr groß, bieten nicht Unmengen von Sitzplätzen und Tischen an. Werden sie zu bekannt und ruhmreich, dann wird es noch schwieriger dort ohne Vorbestellung die neue Geliebte oder potenzielle Lebensabschnittsgefährtin mit einem exquisiten Abenddinner zu beeindrucken, als es ohnehin schon ist. Die Breitling oder Rolex garantieren schon lange nicht mehr den schnellen Erfolg bei Frauen, da muss schon Einfallsreicheres und natürlich Teures aufgeboten werden. Wer nicht regelmäßig dort auftaucht und dinniert, gehört auch letztenendes nicht zur auserwählt besseren Gesellschaft. Viele dieser Schicki-Micki Restaurants nehmen grundsätzlich keine Gäste ohne Vorbestellung an, außer vielleicht zu jenen Tageszeiten, wo nicht ganz so viel Publikumsverkehr herrscht und ansonsten Stühle frei bleiben würden.

Ihre Aufmerksamkeit wird durch diesen Artikel eindeutig manipuliert und auf einen dieser Gourmettempel gelenkt, dessen Name ich hier nicht nennen will. Aber wie philosophiert der altkluge Volksmund: Ein Bild sagt mehr, als tausend Worte.      bernstein-museum-1

Doch was ist eigentlich mit den begnadeten Köchen in diesen Restaurants?

Auch sie werden wie ein Staatsgeheimnis behandelt und weiter empfohlen, wahre Künstler am Herd und Kochtopf. Ihnen ist es neidlos vergönnt sich bodenlose Exzentrik, gewisse Extravaganzen und Starallüren zu leisten, den zahlenden Aposteln der guten Küche mit herablassender Arroganz zu begegnen. Denn sie wissen nur zu gut, was sie können, wie sie virtuos  nahezu alltägliche Lebensmittel bester Qualität in ein köstliches Menue verwandeln. Da werden die Handlanger und untergebene Küchenhelfer auch schon mal gnadenlos zusammen gebrüllt, denn die Götter mit schwarzem Barrett oder flammend roter Kochmütze besitzen die volle Kompetenz und haben den Ablauf ihres kulinarischen Angebots fest im Griff, sollten also eigentlich Menschen mit gut organisiertem Ordnungssinn auch im privaten Leben sein. Denn so ein hervorragender Gaumenverwöhner und Koch muss doch zwangsläufig auch ein guter Mensch sein, Vorbild für so manchen durchschnittlich chaotischen Mitmenschen, der nur von Fastfood lebt.

Das stimmt vielleicht sogar, aber nicht immer. Ich hatte gerade das zweifelhafte Vergnügen so einen selbstbewussten und narzistisch selbstverliebten Koch näher kennenzulernen, einen Blick in sein ganz privates Leben zu werfen, war alles andere als begeistert und erblickte tiefe Abgründe zwischen Schein und Sein. Er ist der Chefkoch in genau so einem Restaurant in Düsseldorf, dieser Stadt mit der bekannt berüchtigten Schicki-Micki Szene, immer modisch up to Date. Er wird von seinen Stammgästen geliebt und hochgeschätzt. Sogar so sehr, dass sie lieber wieder gehen und an einem der nächsten Tage wiederkommen, wenn er mal einen oder zwei Tage krank ist. Das treibt dann das Management stets an den Rand der völligen Hysterie, denn niemand kann diese Michelangelos des Kochlöffels  adäquat ersetzen.

Das Restaurant, von dem ich hier schreibe, liegt selbstverständlich ganz in der Nähe des Medienhafens – wo auch sonst, alles andere wäre absolut uncool – , des Düsseldorfer Polizeipräsidiums und der bekannten Kniebrücke, auf der Lorettostraße 16 – 40219 Düsseldorf. Der Koch  –  nennen wir ihn mal Thomas H., ist aber nicht Bestandteil von Fanta4, der Künstler dort heißt Thomas D., – ist ein Meister seines Fachs, sagen die Genießer seiner Küche, sagt seine Chefin – und sagt vor allem er selbst.     bernstein-museum-1

Thomas H. hat bei mir gewohnt, trinkt ziemlich viel, 2 Flaschen Wein am späten Abend sind ganz normale Quantität. Oft ist er reichlich  unkonzentriert und nicht die Bohne stilvoll, trinkt hastig Spitzenwein aus großen Wassergläsern, raucht dazu, – schmeißt seine abgerauchten Kippen gedankenlos ins leere Glas. Er besitzt zweifellos Charme und wirft damit verschwenderisch um sich, erzählt gerne von sich und seinen Kochkünsten, stellt sich selber gerne als ein Star in der Düsseldorfer Kochequipe dar, ob man darauf gerade Lust zuzuhören hat oder auch nicht. Er entspricht eben in vollem Umfang dem schillernden  Klischeebild eines egomanischen  Narzis und berichtet voller Stolz, wie er heute die Suppenschlampe in seiner Küche mal so richtig zusammengefaltet hat. Hat er die erste Weinflasche intus, wird er noch redseliger und noch ein wenig herablassender als üblicherweise. Ohne jede Wehmut berichtete er mir von seiner Zeit als Regisseur und Kameramann beim WDR, von den Promis, denen er dort begegnet ist, die meistens so gar nicht dem öffentlichen Bild entsprechen, arrogant und herablassend. Er erzählte mir auch wie menschlich heruntergekommen das Arbeitsklima bei dem bekannten und beliebten rheinischen Sender aus Köln geworden ist, bis es ihm absolut reichte, weil er dort nicht die Anerkennung bekam, die ihm zustand. So entschloss er sich seiner Leidenschaft für die gute Küche zu folgen und fand sehr schnell, fast kometenartig aufsteigend die gesuchte Anerkennung, denn er ist schließlich inzwischen der Starkoch, den einfach jeder bewundern und lieben muss. Ich habe ihn nicht danach gefragt und er hat auch keine Andeutung darüber einfließen lassen, aber insgeheim glaubt er zweifellos an seine bevorstehende Heiligsprechung und Ernennung zum Privatkoch des Papstes oder des Präsidenten im Weißen Haus. 

Zuerst habe ich überhaupt nicht verstanden und nachvollziehen können, warum er dann  ausgerechnet in meiner Wohngemeinschaft eingezogen ist, denn er machte kein Geheimnis daraus, dass er sehr viel Geld verdient, auch mit seinem 2.Standbein, dem sogenannten „Guerilla Kochen“. Dabei wird er von gut betuchten Menschen in die Wohnung eingeladen bzw. engagiert, bringt lediglich alle Zutaten und sich selbst mit, manchmal auch eine seiner Töchter als Küchenhilfe und Bedienung. 200 Euro neben dem Studium für 4 Stunden leichte Arbeit zu verdienen ist mehr als nur attraktiv. Thomas H.  bereitet dann in der Küche seiner Auftraggeber zu den verschiedensten Anlässen wahre Festmenues zu, auch in erlesenen Hotels und Restaurants, die sich für einen Abend mit seinem Namen schmücken wollen. So ein Abend kann schon mal 1500,-Euro kosten, aber offenbar sind seine Kochkünste das jederzeit wert, jeder Stuhl und Tisch besetzt. Das muss man sich allerdings auch leisten können und wollen. Seine Kunden sind echte und eingebildete Promis, Manager und Ministerpräsidentinnen, wie z.B. NRW´s Hannelore Kraft.

Warum also wollte er dann in eine Wohngemeinschaft ziehen?

Es gelang mir nicht dies nachzuvollziehen, aber ich war froh einen sicheren und solventen Mitbewohner gefunden zu haben. Außerdem brachte er mir mehrmals in guter Tupper Ware ganze Mahlzeiten von ausgesuchter Qualität mit,  –  bis er es mir nach gewonnenem Vertrauen erklärte, warum er eine WG bevorzugte. Er ist geschieden und um keinen Preis bereit seiner ehemaligen Frau – dieses „verdammte Miststück“ – auch nur einen Cent Unterhalt zu bezahlen. Er liebt seine Töchter, aber zahlt auch nicht für sie. Offiziell ist er als insolvent eingetragen, bekommt nur so viel an Gehalt als Koch, dass er unter der Pfändungsgrenze bleibt und arbeitet offiziell nur wenige Stunden in der Woche. Ich weiß aber definitiv und habe es Tag für Tag so erlebt, dass er meistens gegen 9.ooUhr das Haus verlässt, seine Küche und Zutaten im Restaurant vorbereitet und selten vor Mitternacht zurückkehrt. Thomas H. behauptet glücklich mit seinem selbst gewählten Leben zu sein, hat dafür seine freiberufliche Selbstständigkeit aufgegeben und genießt jetzt seine Tätigkeit im Rahmen seiner Leidenschaft: exzellentes und exquisites Kochen, Anerkennung als hervorragender Spitzenkoch.

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Das muss er auch sein, denn er hat eine lukrative Vereinbarung getroffen. Still und inoffiziell kassiert er ein fürstliches Gehalt, vorbei an der Steuer, ohne Sozialabgaben, was sich auch für seine Chefin absolut lohnt. Den Begriff Schwarzarbeit weist er aber strikt zurück, denn er handelt aus purer Notwehr, um zu verhindern, dass ihn seine geschiedene Ehefrau – dieses „verdammte Miststück“ – und der Staat in Gemeinschaftsarbeit ausplündern. Sie darf ihm aber ahnungslos von seinem Dunkelspiel durchaus ab und zu ihren Wagen leihen, denn als insolventer Mitbürger darf er so viel Luxus nicht besitzen.

Darum wohnt er in einer eher bescheidenen Wohngemeinschaft. Denn würde er sich eine eigene große Wohnung leisten, was bei seinem Einkommen kein Problem wäre, dann bliebe seine offzielle Insolvenz nicht länger glaubwürdig und seine geschiedene Ehefrau stünde sehr bald auf der Matte um ihren Anteil an seinem Einkommen zu kassieren.

Das wird er um keinen Preis zulassen.

Dieser Koch – den wir hier mal Thomas H. nennen – ist gut organisiert und clever – und glücklich mit seinem derzeitigen Leben und dem gelungenen Coup sein Geld am Finanzamt und seiner geschiedenen Frau vorbei verdienen zu können. Natürlich weiß ich auch, dass in keiner bundesdeutschen Branche so viel am Finanzamt und der ARGE vorbei betrogen und hinterzogen wird, wie in der Gastronomie, – ich bin ja nicht blöd oder weltfremd. Ich hätte vielleicht misstrauisch werden müssen, weil er darauf bestand seinen Mietanteil immer bar zu bezahlen und nicht von seinem Bankkonto zu überweisen. Er weiß selbstverständlich um die stichprobenartigen Kontrollen von Kontoständen durch die ARGE und andere Sozialinstitutionen, denn er ist ja so clever. Er hatte mir ja schon leicht angetrunken und voller Stolz davon erzählt, wie geschickt er sein üppiges Einkommen an seiner geschiedenen Ehefrau und am Finanzamt vorbei verschleierte. Es ist nicht so, dass ich das gut oder fair fand, aber ich wollte mich auch nicht in Dinge einmischen, die mich nun wirklich nichts angingen.

Was ich nicht verstanden habe und nachvollziehen kann ist der ganz offensichtliche Mangel an Ordnungssinn und wohnlicher Behaglichkeit. Schon zwei Wochen nach seinem Einzug in der WG sah das Zimmer von Thomas H. wie eine Müllkippe oder eine Messibehausung aus. Überall auf dem Boden lagen außer der zerwühlten Matratze mit Bettdecke, alle möglichen Papiere, leere Einkaufstaschen und Flaschen aller Art, Wein und Bier. Kerzenwachsflecken verzierten den Boden, Lebensmittel vergammelten auf Tellern und in Papiertüten, auf dem Fensterbrett und auf dem Boden Unmengen von Tabakkrümeln, teure Schuhe, weit außerhalb meiner Preisklasse, einfach wahllos auf dem Boden verteilt, dazwischen leere Kartons, ein Laptop, noch ein Laptop und Tablet, mehrere Smartphones mit dazugehörendem Netzteil und alles, was man so braucht, um sein Leben so ungemütlich wie möglich zu gestalten. Thomas H. gab eine Menge Geld für Alkoholika aus, ebenso für teure Schuhe und Kleidung, lebte aber ohne erkennbare Möbel. Hugo Boss und andere Designerjacketts fristeten ihr Dasein zwischen Müll auf dem Boden. Möbel wollte er angeblich kaufen, wenn er die Zeit dafür fand, – denn sein Leben gehörte schließlich der erlesenen Kochkunst.

Heute weiß ich, dass er deshalb keine Möbel, nicht einmal ein Bücherregal anschaffte, weil das sein blitzschnelles Abtauchen vor dem Finanzamt erschwert hätte. Wer viel wegzuschaffen hat, benötigt dafür Zeit und verrät außerdem im Zuge einer möglichen Finanzkontrolle, dass er über mehr Einkommen verfügt, als offiziell zugegeben.

Eine Mitarbeiterin der Stadtkasse hatte ihn bereits in meiner Wohnung gefunden und so wurde es offensichtlich, – was ich nicht ahnte – dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis auch das Finanzamt peinliche Fragen stellen würde. Der exzellente Koch – den ich hier mal Thomas H. nenne – reagierte stinksauer, denn er sah sich panikerfüllt in die Enge getrieben, seine sichere Position gefährdet, was er aber nicht so offen aussprach und von mir zu viel gefragt und ausgehorcht. 

Es kam, wie es kommen musste, was ich mir aber dennoch bis dahin nicht vorstellen konnte.

Es begann damit, dass eine offizielle amtliche Zustellung von der Post zugestellt wurde, ein Mahnbescheid. Thomas H. verschwand so schnell, wie er als Interessent für meine Wohngemeinschaft aufgetaucht war, nicht nur quasi über Nacht, sondern ganz realistisch und tatsächlich mitten in der Nacht bzw. im ersten Morgengrauen. Als ich an einem Morgen aufwachte, war er samt seinen Habseligkeiten verschwunden und hinterließ mir ein verdrecktes Müllzimmer.

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Zurück blieben 2 Herren von der Steuerfahndung mit Dienstausweis, eine offene Forderung von insgesamt 1400,-Euro Mietausfall für vier Monate, gestohlene Kleiderbügel und entwendete Wohnungs- und Haustürschlüssel – und ich als frustrierter WG Betreiber und ohnehin  eher ärmlicher Rentner, der sich nun der umfangreichen Säuberung des Zimmers annehmen musste. Es ist eben kein Vergnügen inmitten der schicken Besserverdiener ein Leben als Rentner zu führen. Das kommt zwar auf viele Mitbürger noch wesentlich härter zu, ist aber deswegen keine Spur tröstlicher. Für Thomas H. sind solche Mitmenschen, Rentner und Hartz4 Bezieher, die sich seine kulinarischen Köstlichkeiten sowieso niemals leisten können, keinerlei Beachtung wert. Im Gegenteil, sie sind quasi verpflichtet diesem Halbgott der Küche alle Ehre zu erweisen und sich betrügerisch über den Tisch ziehen zu lassen. Ausstehende Schulden werden an solch niederes Volk von ihm prinzipiell nicht bezahlt.

Der exzellente Koch, den ich hier Thomas H. genannt habe, ist untergetaucht und hat zweifellos in einer anderen WG einen Platz gefunden, wo er dann zu gegebener Zeit ebenfalls ausstehende Mieten schuldig bleiben kann. Sicher ist, wie ich festgestellt habe, dass er nach wie vor in dem nicht genannten Schicki-Micki Restaurant als beliebter und geschätzter Koch arbeitet. Mein Geld werde ich wohl niemals sehen, so wenig wie seine geschiedene Ehefrau das ihre. Es ist alles Bestens, man muss es nur skrupellos verstehen auf verantwortungslose Art und Weise seine persönliche Bereicherung am Finanzamt und potenziellen Gläubigern vorbei zu betreiben.

Aber was ist, wenn dieser Mensch – den ich hier Thomas H. genannt habe – was ist, wenn er auffliegt, wenn die Herren von der Steuerfahndung auch im Restaurant zu ihm und seiner Chefin auflaufen und ihn zweifelsfrei der Schwarzarbeit überführen?

Na und, – haben Sie es schon wieder vergessen? Thomas H. ist ein unfehlbarer Küchenhalbgott und offiziell als insolvent eingetragen, offiziell ohne nennenswert nachweisbaren Besitz, bar jeder sozialen Kompetenz und absolut skrupellos. Er kennt keine Freunde und keinerlei Rücksicht. „Ich bin der Küchengott und dulde keine weiteren Götter neben mir“. Bei ihm ist nichts zu holen, nichts zu pfänden.

Und seine Chefin, die besitzt noch ein Dutzend weitere Gourmettempel überall in der Stadt und einen ausgezeichneten Anwalt. Die Steuerfahndung wird sie und ihre Restaurants rigoros durchleuchten, nach weiteren illegal Beschäftigten suchen und ihr ein schmerzhaftes Bußgeld servieren. Das tut zweifellos weh, schmälert spürbar den Gewinn, – geht aber ansonsten rasch vorüber.

Es gibt noch zahllose In-Restaurants, wo sich die Besserverdiener die Empfehlung und Klinke in die Hand geben. Zweifellos wird der – den ich hier Thomas H. genannt habe – einen anderen Chef finden, den er problemlos von seinem beeindruckenden Können überzeugen kann und sehr rasch wieder begeisterte Stammgäste finden. Das Vertuschungsspiel mit fürstlichem Honorar vorbei am Finanzamt und seiner geschiedenen Ehefrau wird nach kurzer Unterbrechung weitergehen.

The Show must go on. 

Genießen Sie eine hervorragende Küche in diesem Restaurant, aber geben Sie sich bitte nicht der Illusion hin, dass ein exzellenter Koch auch ein guter Mensch sein muss, lassen Sie sich nicht von seinem Charme und Lächeln täuschen. Die Küche ist hervorragend, der Koch ein eher mieser Egomane, strotzend vor sozialer Inkompetenz. Ein selbstverliebter  Narzis, dem man unhöflicherweise auf die neuen, teuren Schuhe spucken sollte.

 

Es haben mich zahlreiche mails als Rückmeldung zu diesem Beitrag erreicht, auch aus Düsseldorf von einer Leserin, die ohne größere Probleme das Restaurant identifizieren konnte, weil sie dort Stammgast war und die Küche sehr gut fand. Stammgast war, weil sie angewidert von einem solch asozialen Verhalten dort nicht mehr essen will, wie sie mir schrieb.

Hier 2 weitere Rückmeldungen:    leschreh@yahoo.de   Herr „T.H.“ bedarf keines Kommentares! Ich sage dazu immer: „Das regelt die Zeit“ Was mir gefällt ist dein Schreibstil und deine Art die Dinge mit deinen Sinnen wahrzunehmen und diese gnadenlos zu beschreiben.

gerd.schweda@gmx.de    MannohMann! Zufällig gefunden, sehr sehr spannend …

 

 

Über grauwolfzauberer

Ich bin zweifellos kein pflegeleichter, unumstrittener Zeitgenosse. Wenn ich in den letzten Jahren gefragt werde, was ich beruflich mache, antworte ich meistens: Ich bin Zyniker - und boshaft bissiger Satiriker. Aber real war ich über viele Jahre Fotokünstler, jetzt allerdings im Rentnerstatus, bin immer noch Lyriker und Erzähler, was nicht häufig vorkommt, denn die meisten Literaten - und ich nehme diese Bezeichnung relativ ernst - sind entweder Erzähler oder Lyriker, selten beides. Ich habe viel veröffentlicht und immer noch mehr Ideen, als ich tatsächlich in Endform verfassen kann. So verfüge ich über ein riesiges Rohentwurfsarchiv, habe mir aber fest vorgenommen, das auf jeden Fall noch in diesem Leben durchzuarbeiten - und noch viel mehr zu veröffentlichen. Ich habe vor langer Zeit Kunst studiert, in Essen und Bremen, war dann ein paar Jahre in der Comercial Werbung tätig, bis mir endlich klar wurde, dass das nicht das war, was ich wirklich machen wollte, dafür habe ich nicht jahrelang Kunst / Fachbereich Fotografie studiert. So begann über kleine Umwege mein Leben als freier Fotograf, wobei ich sehr viel für Musiker, Theaterleute, Tänzer/-innen und mit besonderer Vorliebe für Privatkunden/-innen gearbeitet habe. Ich habe in einer Rockband mitgemacht, Theater und Kabarett gespielt und bin stets meinem geliebten Beruf treu geblieben, - wie meiner langjährigen Lebensgefährtin, die leider viel zu früh verstorben ist. Ich habe nicht so viel Geld gekriegt, wie ich verdient hätte, auch deutlich weniger als viele meiner Kollegen/-innen, war aber überaus glücklich damit, denn ich konnte frei arbeiten und habe eine Menge Spaß dabei erlebt. Ich war und bin ein unbequemer, unangepasster Querdenker, sage nicht bedenkenlos zu allem Ja und Amen, misstraue fertigen Konzepten für das Leben, pflege ausgiebig mein eigenständiges Denken und suche nach allen Infos, die ich kriegen kann, um mir ein wohlüberlegtes Urteil zu bilden. Politischen Systemen und ganz besonders Parteien stehe ich grundsätzlich mit tief verwurzeltem Misstrauen gegenüber, denn sie erstreben nur egomanische Machtansprüche. Den sogenannten "Volksvertretern" bringe ich zu 95% allein abgrundtiefe Verachtung entgegen, weil sie uneingeschränkt nur ihre Interessen aus Machtgier und persönlicher Selbstbereicherung vertreten, aber nicht die Interessen jenes Volkes, dem sie dienen, dessen Nutzen sie mehren sollen, wofür sie sehr gut bezahlt werden. Sie können von mir keinen Respekt erwarten, denn Respekt bekommt man nicht einfach so geschenkt, man muss ihn sich verdienen. Aber ich kann mir selbst bei intensivem Nachdenken keinen Grund vorstellen, warum z.B. bundesdeutsche "Volksvertreter" oder der meisten anderen europäischen Parlamente meinen Respekt verdienen sollten. Auch staatliche Institutionen können mein Vertrauen nicht erwarten. Ich pfeife auf die political correctness und habe kein Problem damit ehemaligen Weggefährten mit nachvollziehbarem Grund kräftig in den Arsch zu treten, wenn sie es verdient haben, bin dabei polarisierend und provokativ, parteiisch und rücksichtslos, - weil und wenn es nötig ist. Ich bin kein Deutscher - kein Ausländer - bekennender Europäer.

Eine Antwort »

  1. th break your bones

    diesen th den will ich ganz gerne jeden einzel knochen seines fusess mit einem teigroller behandeln so dass er wo immer er geht und steht fuer all den schaden den er hinter sich lasst spurt entschuldigung das ich so grob bin aber ich habe kein aber auch keinklein bisschen pardon mit solchen elendigen wannabee schmarotzern

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