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Aus den Augen – aus dem Sinn, verdrängen und vergessen

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Aus den Augen – aus dem Sinn, verdrängen und vergessen

„Freiheit ist das Recht, das zu sagen, was andere nicht gerne hören wollen …“

George Orwell

 

Wissen Sie, ich such mir ganz gerne ein bisschen Streit, denn ich bin so ein unbequemer Querdenker. Ich mach mir so meine Gedanken, so über jenes und alles, einfach so meine eigenen Gedanken, zum Weltgeschehen, und so, und zu den kleinen Dingen des Lebens, die alle betreffen und so … aber eben auch mich und … und Sie.

Na klar, nun bleiben Sie mal ruhig. Ich weiß doch selber, dass so was böse enden kann, dass alle glauben, es wäre besser nicht zu viel zu denken, sich keine Gedanken zu machen. Ich bin doch nicht blöd.

Aber ich bin eben nicht wie … na ja, wie Sie … die Sie gerade hier lesen, – oder wie ihre Nachbarn, die sind ja ziemlich blöde, wissen Sie. Nichts für ungut, Sie sind ja wahrscheinlich ganz okay, … es sind meistens die anderen … die sich keine Gedanken machen. Da ist ja auch nicht viel, außer schweigender Leere in verbiesterten Gehirnen.

Und ich hab eben auch Spaß daran, mir Streit zu suchen, Themen gibt’s ja jede Menge. Manchmal kann ich einfach nicht anders, das kommt einfach so, und dann kann ich nicht wieder aufhören. Ist wie ne Sucht … haste mal angefangen, findste kein Ende mehr … ohne Ende … geht immer weiter … ganz von allein … da oben im Kopf.

Iss ja auch kein Wunder……

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Es gibt Dinge, die kann man einfach nicht schön oder klein reden, und schon gar nicht verharmlosen.

Und was ich überhaupt nicht ausstehen kann, das sind diese ignoranten Heiopeis, die mich Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr immer wieder und entnervend mit ihren unangeforderten bunten Werbebotschaften im Briefkasten bombardieren. Sie stopfen alles rein, was die Satteltaschen ihrer Fahrräder oder Hackenporsche hergeben. Dabei wäre das ja noch minimal erträglich, obwohl es immer die Mieter oder die Hausbesitzer sind, die jedes mal Berge von bunt bedrucktem Altpapier zum nächsten Container transportieren und entsorgen müssen.

Die Verteiler kriegen Geld dafür – und wer bezahlt mich? Wieso muss ich Altpapier entsorgen, dass ich weder bestellt, noch haben wollte? Also ich habe eigentlich jede Woche beim Einkaufen so eine schwere Tasche mit allen möglichen Prospekten dabei, weil ich sowieso an dem Altpapiercontainer vorbeikomme.

Noch übler als das Vollstopfen der Briefkästen, weil ich ja auch ein Fan von bewahrter und beschützter Umwelt bin, sind jene Typen, die in völliger Ignoranz auf den schnellen Euro aus sind, die diese Flyer und Werbezettel, Bau- und Supermarktprospekte, Sonderangebote und Pizzapreislisten nicht etwa in die Briefkästen stopfen oder einfach in hohem Bogen in den Hausflur schleudern, sondern gleich vor der Haustür ablegen. Das liegt zum Teil daran, dass ihnen bewusst keiner aufgemacht hat, sie also ihren Papiermüll nicht loswerden konnten, oder weil einfach keiner Zuhause war. Prompt fliegen diese bunten Blätter beim ersten Windstoß auf und davon, und wenn Sie nach Hause kommen, sieht es vor ihrer Haustür wie auf einer Altpapierdeponie aus.  Sprechen Sie die Typen womöglich darauf an, weil Sie das Glück hatten einmal einen von denen in flagranti zu erwischen, wieso sie das tun, ob sie das nicht unverschämt finden, kriegen Sie prompt zur Antwort: „Wir dürfen das! Das ist nicht verboten …!“

„Zeigen Sie mich doch an …“    –    “Geh mir nicht auf den Sack Alter, ich verteile wo ich will …“

Das wollten Sie doch gar nicht wissen, Sie wollten nur verhindern, dass ihr Hauseingang aussieht wie ein Altpapiercontainer. Und außerdem ist es falsch, niemand darf einfach seine Papierabfälle, und nichts anderes sind alle diese Art Werbezettel, niemand darf die einfach auf die Straße entsorgen.

Doch Sie, Sie in ihrer nicht minder ignoranten Resignation, Sie nehmen das einfach so hin, dulden sogar, dass ihnen dieser bezahlte Müllverteiler, meistens ohne Arbeitserlaubnis, nicht selten ohne geringste Deutschkenntnisse und / oder arbeitslos, also Schwarzarbeiter, selbst den vertrauten Hauseingang zur Mülldeponie wandelt. Der bekommt ein paar Euro neben seiner kargen Hartz 4 Versorgung, und Sie dürfen anschließend die ganze Werbescheiße wieder zusammen sammeln und zum nächsten Papiercontainer schleppen.

Tun Sie aber nicht. Weiß ich, denn ich bin ja nicht blind, und wie Sie sich vielleicht erinnern ein notorischer Hingucker, also so einer, der sehr genau hinschaut, wie es um ihn herum aussieht, was so passiert, wie sich die Dinge des Lebens entwickeln. Das habe ich ihnen ja schon mehrfach vermittelt.

Sie nicht, das ist mir schon klar.

Na klar fragen Sie sich, worauf will dieser streitsüchtige Schreiberling denn dieses mal hinaus, warum giftet der mich an.

Die Deutschen und auch die Nicht-Deutschen, oder jene Deutschen mit Migrationshintergrund fluchen und schimpfen über die Roma und Sinti, die Armutsflüchtlinge, die in den völlig heruntergekommenen Abbruchhäusern leben und jede Menge Müll und Dreck produzieren, die unsere heruntergekommenen Städte völlig vermüllen.

Was für eine verlogene Scheiße!

Ich weiß, ich sollte nicht so oft Scheiße schreiben, aber ich mach es trotzdem. Denn dieser Zorn gegen die Armutsflüchtlinge ist nichts als verlogen, heuchlerische Scheiße. Die Vermüllung unserer Städte hat schon viele Jahre früher angefangen, als die armseligen Sinti und Roma noch gar keine Möglichkeit hatten aus Rumänien, Ungarn, Bulgarien oder aus dem faschistischen Serbien nach Deutschland zu kommen, um hier ein mögliches besseres Leben zu finden.

Ich bin nicht überrascht, dass ihnen der Müll vor der Haustür am Arsch vorbeigeht. Denn Sie haben sich längst daran gewöhnt, auf allen Straßen, Plätzen, in Parks und Grünanlagen, auf Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden, in U-Bahn-Stationen und Fußgängerunterfrührungen,   ja selbst in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie treten mindestens einmal pro Woche in einen Haufen Hundescheiße, weil irgend so ein ignoranter Tölenbesitzer meint mit dem Bezahlen der Hundesteuer habe er das Recht erworben alle bundesdeutschen Straßen durch seinen Köter zuscheißen zu lassen. Ich habe Ihnen ja schon einmal vor ein paar Monaten empfohlen, sich diese Unmasse von Hundescheiße innerhalb eines Jahres mal auf einem riesigen Haufen vorzustellen, 900-tausend Tonnen Hundescheiße, damit könnte man schon durchaus ein neues Mittelgebirge in die bisher flache Landschaft setzen. Doch die Hundebesitzer meinen nach wie vor unbeeindruckt, mit der Hundesteuer hätten sie ein Privileg dafür erworben, damit ist das alles abgedeckt und Hunde sind doch auch nur Menschen, die müssen auch mal ihre Scheiße irgendwo veröffentlichen, nicht nur Leute wie ich, indem sie Artikel und Kolumnen schreiben. Ich habe Ihnen deswegen geraten es mal eine Woche genauso zu machen, sich mit Millionen anderer Mitbürger zusammenzuschließen, und tagtäglich die Bürgersteige und Bordsteine zuzuscheißen, mit nacktem Arsch mitten in der City.

Heiiii, das wird ein Spaß, mit echtem Aufstand der braven Bürger, auch der Hundebesitzer. Und dieses mal könnten Sie den Bürgerkrieg nicht auf diese islamischen Fundamentalisten mit den verfilzten Bärten schieben, die islamischen Terroristen und Ehrenmänner, und nicht zuletzt die Ehrensöhne, die ihre Töchter und Schwestern per Kopfschuss hinrichten, weil sie sich nicht zwangsverheiraten und von einem alten, aber reichen muslimischen Mann quasi vergewaltigen lassen wollen, weil die angeblich angetastete, aber in Wahrheit nicht vorhandene Familienehre wieder hergestellt werden muss.

Ja, das sind richtig feine und besonders gläubige Ehrenmänner. Liquidiert, erledigt, fertig aus, die Sharia hat alles wieder ins rechte Lot gebracht, Allahu Akhbar.

Nein, dieses mal funktioniert das nicht, dieses mal sind Sie, – ja, ja, genau Sie – die Sie gerade hier lesen – Sie sind selber höchstpersönlich schuld.

Was ich damit meine? Tun Sie doch nicht so, das wissen sie doch ganz genau. Ich habe Sie im Auge, wie viele andere Mitbürger auch. Schon wieder vergessen, ich bin ein notorischer Hingucker. Soll ich Sie mal ganz leise daran erinnern, was Sie allein heute alles an öffentlichem Dreck und Müll produziert haben?

Das fing schon heute morgen, gleich nach dem Aufstehen an, wo Sie sich immer noch vor dem Duschen erst mal schnell eine Zigarette anzünden. Und wo haben Sie die Kippe hingeworfen, als ihre Frau erwachte, den Zigarettenrauch bemerkte, und Sie sich schnell ins Badezimmer verdrückten?

Na …?

Richtig, aus dem Fenster, runter auf den Bürgersteig, in den öffentlichen Lebensraum, aus den Augen aus dem Sinn.

Und was haben Sie mit der Zeitung gemacht, die sie auf dem Weg ins Büro lesen wollten, als Sie wie ein paar Dutzend andere Menschen auch, die in der Straßenbahn mit schlecht gelaunten Gesichtern lesend saßen?

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Sie haben sie einfach auf dem Sitz liegenlassen, wie viele andere auch, während wieder andere ihren Cafe to Go aus den Pappbechern teilweise auf dem Gummiboden verschütteten, jede Menge Krümel vom Croissant oder Wurstbrötchen verteilten, schnell noch ihre Ohren säuberten und in der Nase bohrten, wieder andere Marmelade aus dem Berliner an die Sitzpolster schmierten, und ein nicht geringer Teil der Fahrgäste zwar nicht die gesamte Zeitung in der Bahn zurückließen, aber die beiliegenden Werbeprospekte, – aus den Augen, aus dem Sinn.

Sollen sich doch andere um die endgültige Entsorgung kümmern, die Zeitung war ohnehin schon teuer genug.

Erinnern Sie sich? Ja, – auch an die Zigarette bei der Haltestelle, die Sie sich angezündet und halb geraucht auf den Boden geschmissen haben, als die Bahn doch unerwartet pünktlich kam? Da liegen übrigens nicht nur ihr leerer Cafe to Go Becher, sondern auch ein Dutzend weitere in der Gegend rum.

Wissen Sie eigentlich, dass Tag für Tag etwa 750 Millionen Zigarettenkippen im öffentlichen Lebensraum der Bundesrepublik landen?

Wenn Sie das mal für ein Jahr hochrechnen, und ich rede hier jetzt nicht von den Gesundheitskosten, weil uns verlogen qualmende Minister/-innen immer wieder heuchlerisch vor Augen halten wie ungesund rauchen ist, sondern ich meine ganz allein diese zerdrückten, zertretenen und achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen. Wenn Sie die hochrechnen, könnten Sie bereits wieder ein weiteres neues mittelgroßes Müllgebirge mitten in die platte vermüllte Landschaft setzen.

Und das ist es ja nicht allein.

Erinnern Sie sich, was da allein an der Haltestelle alles passierte?

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Nein, Sie waren dafür nicht verantwortlich, aber erinnern Sie sich doch mal, einfach nur so, wie viele Werbeprospekte da aus allen möglichen Zeitungen auf den Sitzen, auf dem Boden rumlagen, neben zahllosen Zigarettenkippen, zerbeulten Coladosen, gebrauchten Präservativen und Tempos, alten zerknüllten Fahrkarten und Merk- und Einkaufszetteln, eine Plastiktüte ohne Inhalt, ein voller gelber Haushaltsmüllsack, den irgend jemand einfach so an der Haltestelle preiswert und bequem entsorgt hatte. Erinnern Sie sich an den alten Schirm, und die noch viel zahlreicheren Zigarettenkippen, Zeitungsfetzen, Fahrkarten, leergefressenen Pommesschachteln, die leeren Bierflaschen und Brötchenreste, als Sie am Hauptbahnhof umsteigen mussten?  Gelegentlich müssen Sie ja auch mit der S-Bahn fahren, und obwohl im gesamten Bahnhofsbereich rauchen strikt verboten ist, wimmelt es auf allen Bahnsteigen, allen Gleisen, allen Treppenaufgängen, allen Rolltreppen, allen U-Bahn-Zugängen, am Zeitungskiosk, am Getränkestand, an den Fahrkartenautomaten, an den Fahrplanaushängen, an allen Ein- und Ausgängen, am Stand von den billigen Sonnenbrillen, Geldbeuteln und am Würstchenstand von Tausenden und Abertausenden von Zigarettenkippen, zerschlagenen Bierflaschen, zertretene Kronkorken, Batterien, jede Menge ausgespucktes Kaugummi, Zeitungsfetzen, vollgerotzte Tempotücher, angefressene und teilweise bereits verfaulte Apfelreste, eine halbe Bratwurst mit verschimmeltem Brötchen, Werbeprospekte, zerfledderten Schirme, leere Coladosen, Pappbecher und –teller.

Oh nein, oh nein, ich bin noch lange nicht fertig.

Denn wenn Sie endlich an dem Bürogebäude ankommen, wo Sie ihren langweilig alltäglichen und nicht wirklich gut bezahlten Job haben, was finden Sie da rings um den gläsernen Eingangsbereich zu Tausenden? Zigarettenkippen und alle Arten von kleinen Papierresten, von Besuchern und Kollegen.

Aus den Augen aus dem Sinn, – verdrängen und vergessen.

Und das Zeug modert und schimmelt, zieht Ungeziefer an, vergiftet den Boden, denn wir reden hier ja nicht von ein paar hundert Kippen, und die Stadtreinigung kann das unmöglich alles wieder einsammeln, auch wenn Typen wie Sie, ja genau so Typen wie Sie, die meinen immer: Wofür zahl ich Steuern?

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Die zahlen Sie zum Beispiel dafür, dass rings um das neue Bürogebäude, in dem Sie arbeiten, eine schöne Grünanlage errichtet werden kann, Lagerplatz für jede Menge Zigarettenkippen, die aus den geöffneten Bürofenstern nach unten fliegen, Lagerplatz für alte Zeitungsfetzen, schon wieder benutzte Kondome, Drogenspritzen, alte Schuhe, ein verrostetes Fahrrad, alte Briefumschläge, Hausmüll, Coladosen, leere Plastikflaschen, weggeworfene Pommesreste rot-weiß, natürlich wieder Unmengen Kaugummi, leere Joghurtbecher, zerknüllte Zigarettenschachteln, Verpackungen von Schoko- und Müsliriegeln, jede Menge Plastiktüten und Teile davon, sogar alte Autobatterien, und natürlich die unvermeidlichen Pisssträucher, die dort genauso wie alles andere zu finden sind, wie in jeder anderen öffentlichen und privaten Grünanlage auch.

Sie wissen nicht, was Pisssträucher sind?

Das sind jene dichten anspruchslosen grünen Staudengewächse, die gerade hoch genug sind einen illegalen Pisser halbwegs zu verbergen, der öffentlich und schamlos seine Notdurft verrichtet. Pisssträucher sind öffentliche Notdurfteinrichtungen, genauso wie Kirchen- und Hauseingänge, Garageneinfahrten, Haltestellenunterstände, Bäume aller Art, der Sichtschatten von Strom- und Telefonkästen, was nicht ganz ungefährlich für den Pisser ist, außerdem natürlich die durch die Wirtschaftsflaute halb entmieteten Einkaufspassagen im Viertel, und nicht zuletzt die zahlreichen Kioske, Altpapier- und Altglascontainer rund um die vertraut bekannten Wohnbezirke.

Diese Dinger sind ohnehin eine eigene Geschichte und ein Problem, denn immer mehr Mitbürger nutzen sie trotz massiver Strafandrohung und Bußgeldern illegalerweise für die billige Entsorgung von Hausmüll. Da landen auch schon mal alte, kaputte Drucker drin. Kann ja keiner kontrollieren. Und wenn kein Platz mehr in den Containern ist, stellt man einfach seinen Hausmüll nach Einbruch der Dunkelheit neben die Container, ein altes Fahrrad gleich dazu, und die Autoreifen passen auch noch hin, ebenso die alte Mikrowelle, der alte Schirm, sogar ein kleiner Nachtschrank und eine kaputte Waschmaschine habe ich auch schon gesehen. Dort lässt sich ganz unauffällig auch Altöl entsorgen, denn es sieht ja keiner, wie Sie den Kanister neben dem Glascontainer auf den Kopf stellen und auslaufen lassen. Alte Farbreste von der letzten Wohnungsrenovierung und alte Medikamente, sogar verdreckter Kleidungsmüll, den nicht mal die Caritas mehr haben will, – dort lässt sich alles zwischenlagern, bis das alles mit Steuergeldern entsorgt wird.

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Und nicht nur dort. Die finden Sie mittlerweile in öffentlichen Grünanlagen, an Autobahnrastplätzen seit Jahren zig-tonnenweise, sowieso neben all den anderen Müllvarianten, aber auch in Nachbars Vorgarten, seiner Garagenauffahrt oder seiner Toreinfahrt, wenn er nicht aufpasst oder Überwachungskameras installiert.

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Ja, das wissen Sie, damit soll ich ihnen jetzt nicht kommen, dass da ganze Kohorten und Divisionen von Ratten von diesen Abfällen leben, Ungeziefer und Kakerlaken, dass die sich schon lange nicht mehr auf die kommunalen Müllhalden beschränken. Gedankenlos schmeißen Sie nur ein Bonbonpapier einfach auf den Gehweg, denn es kratzt im Hals. Das eine Bonbonpapier ist ja nicht so schlimm, und wir wollen ja nicht päpstlicher sein als der Papst. Aber da sind ja noch die Tonnen anderer Abfall und Restmüll, die Sie und andere dazu schmeißen. Die haben Sie beinahe schon wieder vergessen, nicht wahr?

Ich aber nicht, und ich will mich hier gewiss nicht wie ein Oberlehrer aufführen.

Die Zahl der Mitbürger, die illegal einfach auf irgendeiner Straße einen Riesenberg Sperrmüll aufhäufen, ohne dass hier ein Sperrmülltermin der Stadtreinigung anliegt, nehmen rapide in den Städten zu, – und ich habe mehr als einmal erlebt, dass einfach volle Säcke mit Hausmüll aus dem Fenster runter auf den Bürgersteig geworfen wurden, wo nur durch pures Glück kein vorbeikommender Passant getroffen wurde. Die eintreffende Polizei kann meistens nicht klären, wer die Täter waren, denn niemand hat gesehen, aus welchem Fenster der Müll geflogen kam, und die verdächtigen Bewohner bestreiten strikt etwas damit zu tun zu haben. Findet sich kein konkreter Hinweis in den Müllbeuteln wird alles zusammengekehrt und entsorgt mit Steuergeldern, auf Kosten der Allgemeinheit.

Wir fangen langsam an in unserem eigenen Müll zu ersticken und wundern uns, warum die Erde, der Boden, auf dem wir leben, immer stärker vergiftet wird, warum immer mehr Menschen an Allergien erkranken, dass sich seltsame Dinge an Pflanzen tun, die wir mit Steuergeldern und viel Geld in öffentlichen Grünanlagen angepflanzt haben, selbst bei den Pisssträuchern. Es spielt längst keine Rolle mehr, dass sie keine weiten und kranken Wälder mehr finden, in denen sie nicht mindestens aus der Ferne das Brummen des städtischen Autoverkehrs mehr hören. Sie können ganz sicher sein, dass Sie ohne große Mühe und Suchen hinter jedem 2. Baum auf Zivilisationsmüll in den jetzt hinlänglich von mir beschriebenen Varianten stoßen. Uns allen ist jegliches Unrechtsbewusstsein endgültig verloren gegangen. Wir pfeifen auf ein faires, gesellschaftliches Miteinander und fahren grundsätzlich mit dem Fahrrad auf dem ohnehin schmalen, überfüllten Bürgersteig. Sollen die verschissenen Fußgänger doch sehen, dass sie sich rechtzeitig aus dem Weg begeben. Rücksicht nehmen? – wen interessiert das, das ist doch voll uncool.

Versuchen Sie doch mal mir eine einzige Grünanlage, einen Parkplatz, einen Spielplatz, einen mickrigen Vorgarten, einen Grünstreifen, eine begrünte Verkehrsinsel, eine Parkanlage oder einen Wald zu zeigen, die nicht mit Unmengen von Wohlstandsmüll, Zigarettenkippen, leeren Brötchentüten und Coladosen, mit pfandfreien Wasserflaschen und Snack-Verpackungen vermüllt sind. Ja, jetzt wird´s schwierig, denn das ist einfach nicht realisierbar.

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Verdrängen und vergessen, aus den Augen aus dem Sinn.

Besonders unsere Großstädte ersticken langsam im Müll, Ratten und anderes Ungeziefer vermehren sich nahezu explosionsartig. Tauben leben auch ganz gut von dem Müll überall. Aber Sie erzählen mir hier, dass Sie doch nichts dafür können, dass Sie höchstens mal eine Zigarettenkippe aus Gedankenlosigkeit auf den Bürgersteig werfen. Muss es erst wirklich so weit kommen, dass wir den Gesetzgeber in die Zwangslage bringen mit rigorosen Bußgeldern und einer Armee von Aufsichtspersonen dagegen vorzugehen?

Was sagen Sie da?

Das kann sich keine Kommune leisten?

Da irren Sie aber gewaltig, denn erst vor kurzem hat ein bekanntes Öko-Institut detailliert ausgerechnet, dass sich so ein Arbeitsplatz bei dem Müllaufkommen in den Städten und überall nach spätestens 8 Tagen aus sich selbst und den verhängten drastischen Bußgeldern finanziert, dass danach sogar in Millionenhöhe Gewinne gemacht werden, die Stadtkassen werden überfließen vor lauter Bußgeldkohle. Und laut diesem Institut lägen da bundesweit mindestens 4 Millionen Arbeitsplätze drin, gut bezahlte Arbeitsplätze. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die zivilisationsmüden Mitteleuropäer, also auch wir Deutschen, uns konsequent weigern reale Probleme wahrzunehmen, dass wir erst etwas darüber begreifen, wenn es im Geldbeutel richtig weh tut, – ich meine richtig wehtut.

Na, würde ihnen das gefallen, wenn demnächst ganze Schwärme von Ex-Arbeitslosen und Asylanten ihre Runden durchs Viertel drehen und morgens mehrere an jeder Bus- und Bahnhaltestelle stehen, in Zivil, nicht erkennbar ohne Uniform, aber mit Sprechfunkgerät und Dienstausweis, und ihnen 40 Euro abverlangen, weil Sie einmal mehr eine Kippe auf den Boden geworfen haben?

Ja, 40 Euro, denn es soll ja auch erzieherisch richtig wehtun. Als registrierter Wiederholungstäter haben Sie sogar die Chance 200 Euro Strafe zu bezahlen, denn die sind auch mit diesen wunderbaren Tablets ausgerüstet, vernetzt mit dem städtischen Zentralrechner,  –  da stehen Sie als notorischer Widerholungstäter bereits mehrfach in den aufgestellten Listen, herzlichen Glückwunsch.

Die wären dann überall, auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die ja bekanntlich Millionen Euro aufwenden müssen, um all den Dreck wieder zu beseitigen und zu entsorgen. Von den Beschädigungen von Sitzbänken und Glasfenstern mit scharfen Gegenständen will ich hier gar nicht reden. Würde Ihnen das gefallen, wenn sie für ein Bonbonpapier ebenfalls 40 Euro bezahlen, für eine liegengelassene Zeitung noch mal 40 Euro, und die Zigarettenschachtel, achtlos in die Büsche geschleudert, gleich 100 Euro?

Das kann über den ganzen Monat gerechnet ihr halbes Gehalt und mehr kosten. Da reicht dann der Dispo gerade noch aus.

Und erinnern Sie sich mal an den Hauptbahnhof, wo Sie immer umsteigen. Da liegen so viele Kippen und Müll rum, dass man mit 10-15 ehemaligen Arbeitslosen gar nicht auskommt. Die machen locker am Tag 20-30-tausend Euro Bußgeld, die städtischen Haushalte wären im Handumdrehen saniert.

Wer nicht zahlen kann, marschiert ersatzweise für 14 Tage ins Gefängnis, und wer am nahen Park seine alte Waschmaschine oder Autoreifen deponiert, ist mit 5000 Euro dabei. Wer seinen Köter auf den Bürgersteig scheißen lässt mit 500 Euro. Diese Heiopeis aus der Werbebranche und Prospektverteiler, die ihr Altpapier einfach vor die Haustür legen, sind jetzt ganz direkt mit einer Strafanzeige dabei und zahlen noch vor Ort Tausend Euro Bußgeld wegen Straßenverunreinigung. Zudem geht man an die Auftraggeber ran, und wenn die nicht beweisen können, dass die alles getan haben um ihre Verteiler zu verpflichten nur sauber und ordentlich in die Briefkästen zu verteilen, dann sind die als Auftraggeber gleich noch mal mit 30Tausend Euro Bußgeld dabei.

Die sauberste Stadt der Welt, Singapur lässt grüßen, da werden Sie für eine weggeworfene Zigarettenkippe nicht nur durch die überall präsente Polizei und Stadtreinigungs-Zivilstreifen zur Kasse gebeten, sondern obendrein für einen Tag inhaftiert, pure Erziehungsmaßnahme zur Sauberkeit.

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Auf den Rastplätzen kostet die illegale Müllentsorgung ab 5000 Euro aufwärts, – und erzählen Sie mir nicht, dass es gar nicht bezahlbar wäre da ganztägig und Nachts ebenfalls Aufsichtspersonen zu platzieren. Bei den Bußgeldern kann sich der Regierungspräsident locker 10 Bewacher in 3 Schichten pro Rastplatz leisten. Hat das Öko-Institut bereits alles ausgerechnet, und das ist immer noch billiger, als die immensen Reinigungskosten über viele zig-Millionen, die jetzt schon ohne eine Armee von Bußgeldeintreibern entstehen.

Jetzt rechnen Sie sich mal aus, was da bundesweit innerhalb eines Jahres zusammen käme. Da kriegt der Finanzminister feuchte Augen und träumt von vielen zig-Milliarden und rosigen Zeiten für den Staatshaushalt.

Warum das dann keiner macht?

Das ist doch ganz einfach. Politiker sind in ihrem politischen Selbstverständnis Heuchler und Lügner, und wenn sie sich nicht gerade mit Kindern fotografieren lassen, sind sie auch abgebrüht genug, denen sogar die Bonbons oder ihre Spielsachen zu klauen, weil sie einfach nichts anderes gelernt haben, als zu lügen, zu stehlen, zu betrügen, sich persönlich zu bereichern. Aber sie wollen nicht unbeliebt sein, sie wollen wiedergewählt werden, an den Schalthebeln der Macht und den Finanztöpfen bleiben, wo sich so wunderbar im großen Stil absahnen lässt und sie nie wieder im Leben eine Flasche Rotwein trinken müssen, die weniger als 10 Euro gekostet hat. Und sie wollen keine unpopulären Maßnahmen ergreifen, bei keinem Thema, außer wenn es ihren eigenen Interessen dient und die Betroffenen sich ohnehin nicht dagegen wehren können. Mit solchen Bußgeldern gegen Umweltzerstörung aber macht man sich nicht gerade beliebt. Politiker haben vor so etwas einen Mordsschiss, selbst wenn sie ganz genau wissen und sehen, dass sich das ganze Land langsam in eine riesige Müllhalde verwandelt, dass sie faktisch gar keine andere Wahl haben, als mit drastischen Bußgeldern dagegen vorzugehen. Ist doch peinlich, wenn einer aus dem Wahlvolk wegen Umweltverschmutzung im Knast jenem Industriemanager begegnet, der erst eine Woche vorher eine illegale Parteispende gezahlt hat und jetzt wegen Zahlungsverweigerung und als Wiederholungstäter in Sachen Umweltzerstörung für 14 Tage seine Haft  absitzt. Richtig, das sind autoritäre Methoden eines Obrigkeitsstaates, – aber Sie, Sie und Millionen anderer Ignoranten haben die Real-Politik gezwungen diese Notbremse gegen die Zerstörung unseres Lebensraumes zu ziehen. Denn wir haben nun mal keine Ersatzerde irgendwo in Reserve, nur diese eine, die von der Menschheit völlig vermüllt wird.

Doch Politiker und sogenannte „Volksvertreter“ heucheln lieber weiter, werfen uns Gedankenlosigkeit vor, aber sie handeln nicht konsequent, um die Situation zu ändern und unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu sichern. Das tun Politiker und sogenannte Volksvertreter sowieso nie.

Auch diese Politiker sind eben Deutschland.

Die sind genau wie Sie, die Sie den Müll einfach in die Gegend schmeißen und verteilen.

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Aus den Augen aus dem Sinn, verdrängen und vergessen.

Dabei wäre das mit Sicherheit die beste und sicherste Arbeitsbeschaffungsmaßnahme aller Zeiten, die Rentenkassen erlebten eine neue Blüte, die Krankenkassenbeiträge würden ins Bodenlose fallen, weil wir so viele neue Arbeitnehmer hätten, wir hätten Vollbeschäftigung, und ein großer Teil der Schmutzfinken und Umweltverschmutzer würde viele Monate hinter Gittern verbringen, um vielleicht doch mal auf bessere Gedanken zu kommen. Wahrscheinlich müssten wir sogar wieder Gastarbeiter aus Griechenland herbestellen, – was auch das helenische Volk und Staat aus der Misere retten würde.

So etwas bringt Arbeitsplätze, viele Arbeitsplätze.

Na, wie gefällt ihnen das?

Meinen sie, dass Sie den Mut und die Kraft finden endlich von sich aus mit diesem Wegwerf-Wahnsinn aufzuhören, dass wenigstens Sie ab morgen nicht mehr ihre Kippen auf die Straße werfen?

Irgendwo muss man doch mal anfangen.

Nein?

Wollen Sie kein Vorbild für andere sein und sie vielleicht mit Überzeugung mitreißen?

Oder doch?

Jedenfalls haben Sie jetzt etwas, worüber Sie mal ausgiebig nachdenken sollten.

Ich denke über so was nach … und das sollten Sie auch mal für die nächste Viertelstunde tun.

Das schaffen Sie schon, – und wenn Sie das überleben, sind Sie im Leben schon wieder einen Tag weiter.

 

 

siehe auch     „Menschenfreunde“       http://www.hans-brakhage.de/Alayna-Belgarath/satiren-10.html

und    „Intelligentes Leben“       http://www.hans-brakhage.de/Alayna-Belgarath/satiren-07.html

 

Über grauwolfzauberer

Ich bin zweifellos kein pflegeleichter, unumstrittener Zeitgenosse. Wenn ich in den letzten Jahren gefragt werde, was ich beruflich mache, antworte ich meistens: Ich bin Zyniker - und boshaft bissiger Satiriker. Aber real war ich über viele Jahre Fotokünstler, jetzt allerdings im Rentnerstatus, bin immer noch Lyriker und Erzähler, was nicht häufig vorkommt, denn die meisten Literaten - und ich nehme diese Bezeichnung relativ ernst - sind entweder Erzähler oder Lyriker, selten beides. Ich habe viel veröffentlicht und immer noch mehr Ideen, als ich tatsächlich in Endform verfassen kann. So verfüge ich über ein riesiges Rohentwurfsarchiv, habe mir aber fest vorgenommen, das auf jeden Fall noch in diesem Leben durchzuarbeiten - und noch viel mehr zu veröffentlichen. Ich habe vor langer Zeit Kunst studiert, in Essen und Bremen, war dann ein paar Jahre in der Comercial Werbung tätig, bis mir endlich klar wurde, dass das nicht das war, was ich wirklich machen wollte, dafür habe ich nicht jahrelang Kunst / Fachbereich Fotografie studiert. So begann über kleine Umwege mein Leben als freier Fotograf, wobei ich sehr viel für Musiker, Theaterleute, Tänzer/-innen und mit besonderer Vorliebe für Privatkunden/-innen gearbeitet habe. Ich habe in einer Rockband mitgemacht, Theater und Kabarett gespielt und bin stets meinem geliebten Beruf treu geblieben, - wie meiner langjährigen Lebensgefährtin, die leider viel zu früh verstorben ist. Ich habe nicht so viel Geld gekriegt, wie ich verdient hätte, auch deutlich weniger als viele meiner Kollegen/-innen, war aber überaus glücklich damit, denn ich konnte frei arbeiten und habe eine Menge Spaß dabei erlebt. Ich war und bin ein unbequemer, unangepasster Querdenker, sage nicht bedenkenlos zu allem Ja und Amen, misstraue fertigen Konzepten für das Leben, pflege ausgiebig mein eigenständiges Denken und suche nach allen Infos, die ich kriegen kann, um mir ein wohlüberlegtes Urteil zu bilden. Politischen Systemen und ganz besonders Parteien stehe ich grundsätzlich mit tief verwurzeltem Misstrauen gegenüber, denn sie erstreben nur egomanische Machtansprüche. Den sogenannten "Volksvertretern" bringe ich zu 95% allein abgrundtiefe Verachtung entgegen, weil sie uneingeschränkt nur ihre Interessen aus Machtgier und persönlicher Selbstbereicherung vertreten, aber nicht die Interessen jenes Volkes, dem sie dienen, dessen Nutzen sie mehren sollen, wofür sie sehr gut bezahlt werden. Sie können von mir keinen Respekt erwarten, denn Respekt bekommt man nicht einfach so geschenkt, man muss ihn sich verdienen. Aber ich kann mir selbst bei intensivem Nachdenken keinen Grund vorstellen, warum z.B. bundesdeutsche "Volksvertreter" oder der meisten anderen europäischen Parlamente meinen Respekt verdienen sollten. Auch staatliche Institutionen können mein Vertrauen nicht erwarten. Ich pfeife auf die political correctness und habe kein Problem damit ehemaligen Weggefährten mit nachvollziehbarem Grund kräftig in den Arsch zu treten, wenn sie es verdient haben, bin dabei polarisierend und provokativ, parteiisch und rücksichtslos, - weil und wenn es nötig ist. Ich bin kein Deutscher - kein Ausländer - bekennender Europäer.

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